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KI-Assistenten

Im Unterschied zu einfachen Chatbots, die jeden Gesprächseinstieg ohne Vorwissen beginnen, werden KI-Assistenten für den Bildungsbereich gezielt konfiguriert. Drei Merkmale machen dabei den entscheidenden Unterschied für einen qualitativ meist passenderen Output:

  1. Kontextuelle Verankerung: Ein Standard-Chatbot antwortet generisch. Ein KI-Assistent hingegen agiert innerhalb eines fest definierten Regelwerks (System-Prompt). Er „weiss“ bereits vor dem ersten Wort, dass er beispielsweise ein Berufsschullehrer ist, der nur in einfacher Sprache antwortet, keine Lösungen verrät, sondern Denkanstösse gibt und dabei die Lernziele des Lehrplans XY verfolgt.
  2. Fachspezifische Wissensbasis: Im Gegensatz zum allgemeinen Chatbot greifen Assistenten auf hochgeladene Primärquellen zu (z. B. das schuleigene Manuskript ABC oder ein geprüftes PDF). Dadurch sinkt die Halluzinationsrate (Erfinden von Fakten) drastisch, da der Assistent angewiesen ist, nur aus diesen gesicherten Materialien zu antworten. Optional kann man in KI-Tools in der Regel die Websuche dazuschalten und wieder abschalten.
  3. Werkzeug-Integration: Moderne Assistenten sind nicht auf Text beschränkt. Sie sind mit Plugins oder Schnittstellen verknüpft – sie können z.B. Diagramme visualisieren, Code zur Datenanalyse ausführen oder das Internet nach aktuellen, seriösen Quellen durchsuchen, ohne dass der Nutzer die Rolle oder den Kontext jedes Mal neu erklären muss.
  4. Kontinuität und Teilbarkeit: Eine einfache Chatbot-Session ist flüchtig. Ein KI-Assistent ist ein konserviertes Werkzeug. Einmal von einer Lehrperson „gebaut“ und optimiert, kann er als Link an die ganze Klasse oder das Kollegium geteilt werden. Alle Nutzer greifen auf dieselbe „Persönlichkeit“ und denselben Qualitätsstandard zu, was für Konsistenz im Unterricht sorgt.

Zusammenfassend:
Der Standard-Chatbot ist ein Allrounder, der auf jede Frage reagiert. Der KI-Assistent ist ein Spezialwerkzeug, das für eine pädagogische und Absicht programmiert wurde - so z.B. als spezifischer KI-Tutor oder KI-Lernpartner für Lernende. Er verhält sich nicht wie eine Suchmaschine, sondern wie ein digitaler Experte, der die didaktischen Leitplanken der Lehrperson kennt und einhält.

Der 4-Schritte-Bauplan für die KI-Assistenten

Bei allen KI-Tool (z.B. Fobizz, Copilot Studio oder Gemini) folgt der Erstellungsprozess von KI-Assistenten derselben Logik:

  1. Rolle definieren: (System-Prompt): Man legt fest, wer die KI ist und wie sie spricht.
    • Beispiel: „Du bist ein Lernpartner-Tutor für Physik (fünfte Klasse des Gymnasiums). Gib keine Lösungen vor, sondern stelle hilfreiche Gegenfragen.“
  2. Wissen hochladen: Man lädt in den Assistenten eigene Dokumenten hoch (PDFs, Lehrpläne, Arbeitsblätter).
    • Effekt: Die KI halluziniert deutlich weniger (bis gar nicht) und nutzt die hochgeladenen Unterrichtsmaterialien als Basis.
  3. Leitplanken setzen: Man definiert klare Grenzen für die Interaktion.
    • Beispiel: „Antworte nur auf Deutsch“, „Verwende keine Fachbegriffe ohne Erklärung“ oder „Verweigere fachfremde Themen“. - Optional erlaubt man Webzugriff - z.B. um im Fach Geschichte aktuell zu bleiben.
  4. Testen & Optimieren: Es gilt, den Assistenten aus Sicht eines Schülers auszuprobieren. Wenn die Antwort zu komplex ist, ergänzt man z.B. in den Instruktionen: „Schreibe kürzer und erkläre in sehr einfacher Sprache auf Level A2.“

Zusammengefasst: Ein Assistent ist ein konfiguriertes Werkzeug. Er besteht aus einer Anweisung (Prompt), einer Datenquelle (Dateien) und einer Funktion (z. B. Verhandlungsgespräche üben).

Hier ein kurzes Tutorial-Video des DLH, wie man in Fobizz eigene KI-Assistenten erstellen und mit den Lernenden bzw. Schülerinnen und Schüler teilen kann: Link.

Für weitere Fragen rufen Sie die KI Ihrer Präferenz auf, z.B.:

Legen Sie in den Einstellungen fest, dass Chats mit Unterrichtsmaterialien NICHT zum Training verwendet werden.