Denken mit KI
im Unterricht
Denken mit KI heisst: mitdenken!
Künstliche Intelligenz ist eine grosse Versuchung: Antworten, fertig geschriebene Aufsätze und Lösungen sind nur einen Prompt entfernt. Umso entscheidender wird die Frage: Wie gelingt es, KI so einzusetzen, dass das Denken der Schülerinnen und Schüler sowie Lernenden vertieft und erweitert wird?
Für den Fokus 'Denken mit KI' sollen hier Good-Practice-Beispiele sichtbar gemacht werden, die direkt im eigenen Unterricht einsetzbar sind.
Im neuen Format DLH-Talk startet der Digital Learning Hub Sek II Podcasts rund ums Lernen und Lehren im digitalen Zeitalter.
Denken mit KI: Episode 3
Diese Podcast-Episode bestätigt: Wissen wird automatisiert, aber Lernen bleibt menschlich.
Denken mit KI: Episode 2
In der neuen Podcast-Episode wird deutlich: Denken beginnt nicht mit KI, sondern mit Aktivität.
Denken mit KI: Episode 1
Die Episode lädt dazu ein, den eigenen Umgang mit KI zu reflektieren und Unterricht aktiv weiterzudenken.
Bauer, E. et al. (2025): Looking beyond the hype: Understanding the effects of AI on learning, Educational Psychology Review, 37, 45.
In der Publikation wird das innovative ISAR-Modell vorgestellt, das vier unterschiedliche Kategorien von KI-Effekten im Lernprozess beleuchtet.
KI sitzt als Sparringpartner beim Lernen mit am Tisch
Das ISAR-Modell untersucht die Bedingungen für positive Lerneffekte beim Einsatz von generativer KI. (siehe auch https://dlh.zh.ch/home/kuratiertes/studien-und-publikationen-zu-ki "Die Auswirkung von KI auf das Lernen verstehen".)

Es gilt, die Stufe der Inversion hinter sich zu lassen, und die Stufe der Redefinition für eine bedeutsame Änderung des Lernerfolgs zu erreichen.
Auf den Punkt gebracht: Wenn KI als Sparringpartner eingesetzt oder als intelligenter Tutor genutzt wird, ist der grösste Lerneffekt zu erwarten.
In der Publikation werden eine ganze Reihe von konkreten Handlungsempfehlungen genannt, die in diesem PDF Handlungsempfehlungen nach dem ISAR-Modell zusammengefasst sind.
Zur Studien ist zudem eine DLH-Stecknadel erschienen.
Frey, Pascal (2025): Schreiben im Zeitalter von KI, Gymnasium Helveticum 5/2025
Schreiben im Zeitalter der KI: Aufwertung des Schreibprozesses
Künstliche Intelligenz verändert das Schreiben grundlegend, wie Pascal Frey in seinem Beitrag festhält, eröffnet dabei jedoch auch enorme Chancen für Lernende und Schreibende.

Anstatt KI das Schreiben der Schülerinnen und Schülern bzw. Lernenden ersetzen zu lassen ("Prompt hinein, fertiger Text heraus"), müssen der Schreibprozess aufgewertet und die einzelnen Schritte bewusst gesteuert werden. Dabei soll KI als Helfer und Partner genutzt werden, nicht als Ersatz. Gemäss der vier klassischen Phasen des Schreibprozesses kann KI folgendermassen lernwirksam eingesetzt werden:
- als Impulsgeber in der Planung und Vorbereitung des Schreibens
- als Strukturierungshilfe bei der Recherche und zur Aufbereitung der Inhalte
- als Feedbackgeber in der Texterarbeitung und -überarbeitung
- als Produzent der formalen Korrektur
Die Fähigkeit, den eigenen Schreibprozess zu planen, durchzuführen und kritisch zu reflektieren, wird zur Schlüsselkompetenz.
Schreiben bleibt ein heuristischer Prozess – wer schreibt, denkt.
Die Verantwortung für den Text bleibt beim Menschen. Wenn die Vorschläge der KI kritisch geprüft und reflektiert werden, kann der Schreibprozess bereichert und beschleunigt werden.
Wang, J. et al. (2025): The effect of ChatGPT on students’ learning performance, learning perception, and higher-order thinking: insights from a meta-analysis, Humanities and Social Sciences Communications 12, 621.
Neue Lernpartnerin sitzt mit am Tisch und denkt mit
Die Metastudie von Wang und Fan (2025) liefert Lehrpersonen fundierte Belege, dass Künstliche Intelligenz als Lernpartnerin im Unterricht eingesetzt zum Nachdenken anregen und ein tieferes Verständnis des Lerninhalts bewirken kann.
Was die Ergebnisse für das Handeln der Lehrpersonen bedeuten:
Höhere Denkleistungen fördern: Die KI wird als Katalysator für Analyse, Synthese, Beurteilung und Problemlösung eingesetzt. Dies geht über die reine Informationsbeschaffung weit hinaus und drängt die Gefahr der "kognitiven Faulheit" stark zurück.
KI als „Intelligenten Tutor“ implementieren: Lernumgebungen werden so gestaltet, dass die KI personalisiertes Feedback gibt und den Lernprozess im Dialog begleitet – das entlastet und bereichert den Unterricht und vertieft das Verständnis für den Unterrichtsinhalt. Damit werden die Schwierigkeiten und Fragen der Schülerinnen und Schüler bzw. Lernenden ins Zentrum der Auseinandersetzung gerückt.
Aktive Lernumgebungen gestalten: Der Erfolg hängt vom Design ab. Die Wirksamkeit ist daran geknüpft, ob die Schülerinnen und Schüler bzw. Lernenden aktiv einbezogen werden und der Dialog im Wechsel zwischen eigenem Nachdenken, Austausch in der Klasse und mit dem intelligenten Tutor KI ermöglicht wird.
Kosmyna, N. et al. (2025): Your brain on ChatGPT: Accumulation of cognitive debt when using an AI assistant for essay writing task, [Preprint], arXiv:2506.08872.
Fan, Y. et al. (2025): Beware of metacognitive laziness: Effects of generative artificial intelligence on learning motivation, processes, and performance, British Journal of Educational Technology, 56(2), 489-530. Paper Access.
Moșoi, A.A. et al (2025): Do students need to think hard? The interplay of AI and cognitive abilities in solving problems, Education and Information Technologies.