Digitale formative Assessments
Als Unterrichtseinstieg oder mittendrin wird ein kurzes formatives Assessment digital durchgeführt. Die von Lehrpersonen oder Schülerinnen/Schüler resp. Lernenden gestellte Aufgabe regt an und kann kooperativ oder individuell gelöst werden (Bsp. Muddiest Point, Selbsterklärung, Konzept in einem Wort, u.v.a.m.). Die Teilnehmenden geben ihre Lösung digital ein und erhalten unmittelbares Feedback, das danach selbstreflektiert oder in Gruppen diskutiert wird.
Praktisch umgesetzt:
an der Kantonsschule Realgymnasium Rämibühl

Grafik Schieberegler für Format «5 min Check»
Anwendungsfelder:
Kognitiv aktivieren, Misskonzepte aufspüren, Konzeptwissen vertiefen, Perspektiven wechseln
Fokuspunkt:
Anschliessende Reflexion der Ergebnisse
Technische Unterstützung:
Kann mit allen empfohlenen eAssessment-Software-Lösungen durchgeführt werden. Die technische Unterstützung erleichtert Zusammenarbeit, Veranschaulichung und schnelles Feedback.
Ein ePortfolioist eine digitale Sammlung von Notizen, LernleistungenundReflexionen in verschiedenen Formaten. Sie dient dazu, Fähigkeiten, Ressourcen,Lernfortschritte oderLeistungenzudokumentierenundzupräsentieren.Es wird als Werkzeug zur Selbstreflexion und -entwicklungeingesetzt.ZugrundegelegtwerdenKompetenzraster. Die digitale Sammlung zu einem Thema oderineinemFachkannüberdieganzeLernzeit hinweggepflegtwerdenundauchfürsummative eAssessments beigezogen werden.

Grafik Schieberegler für Format "ePortfolio"
Anwendungsfelder:
Selbstreguliert lernen, Lernprozesse personalisiert dokumentieren, über das eigene Lernen nachdenken
Beispiel:
E-Portfolio (umgesetzt im Zentrum für Ausbildung im Gesundheitswesen Winterthur ZAG); Kompetenzraster für überfachliche Kompetenzen der Berufsfachschule Winterthur:; Repositorium der PHZH: Didaktischer Leitfaden Portfolio.
Fokuspunkt:
Konsequente Lernbegleitung durch die Lehrperson; Datenschutz und Informationssicherheit: datenschutzkonforme Software empfehlen; Datenhoheit liegt bei den Schülerinnen/Schüler bzw. Lernenden.
Technische Unterstützung:
Kann z.B. mit OneNote umgesetzt werden.
Die Schülerinnen/Schüler bzw. Lernenden wählen im Fremdsprachenunterricht eigene Texte aus und erstellen in einem Lernmanagementsystem mit Unterstützung von KI Lückentextaufgaben für ihre Kolleginnen und Kollegen. Lösungswörter werden gesucht, begründet, überprüft und angepasst, wodurch Sicherheit in der Wortwahl entsteht. Der Lernprozess wird bewusst reflektiert. Die Lehrperson unterstützt individuell.

Grafik Schieberegler für Format Lückentexte – einmal anders
Anwendungsfelder:
Selbstreguliertes, zeit- und ortsunabhängiges Lernen, Üben im Sprachunterricht mit individuellem Feedback, Peerlearning
Beispiel aus:
Kantonsschule Hottingen, Englisch-Unterricht:
Fokuspunkt:
Einstiegshürde für die Schülerinnen/Schüler bzw. Lernenden ins Tool tief halten, Lernbegleitung durch Lehrperson; die KI-Einbindung braucht für dieLehrperson etwas Erfahrung.
Technische Unterstützung :
Die Schülerinnen/Schüler bzw. Lernenden bearbeiten selbständig, orts- und zeitunabhängig digitale Übungsaufgaben verschiedener Komplexität im Fach Mathematik. Sie erhalten automatisch Feedback zu einzelnen Lösungsschritten und haben Zugriff auf Musterlösungen. Bei Fragen können sie sich an die Lehrperson wenden, die sie individuell begleitet und unterstützt. Die Schülerinnen/Schüler bzw. Lernenden können sich selbst passende neue Übungsaufgaben generieren lassen.

Grafik Schieberegler für Format «Üben mit Formeln und Graphen»
Anwendungsfelder:
Selbstgesteuertes und personalisiertes Üben mit Formeln und Graphen. Das System kann für kompetenzorientierte Leistungsüberprüfungen genutzt werden.
Praktisch umgesetzt:
Moodle-Kurs "Grundkompetenz in Mathematik"(Kantonsschule Im Lee, Winterthur), Smart Mathematics - Digital Learning Hub Sek II(Berufsmaturitätsschule Zürich)
Fokuspunkt:
Gemeinsam mit Fachkolleg/innen und -kollegen ausprobieren, evaluieren, weiterentwickeln und sich vom schulinternen IT-Support oder in der CoPMoodle für Lehrpersonen unterstützen lassen. Das System ist für Einsteigerinnen und Einsteiger nicht selbsterklärend.
Technische Unterstützung:
Stack (Moodle)
Ortsunabhängiges, selbstständiges und adaptives Üben in Mathematik und Deutsch, um Teile der basalen fachlichen Kompetenzen für die allgemeine Studierfähigkeit zu festigen. Die Schülerinnen/Schüler bzw. Lernendenerhalten Zugang zu einem digitalen Lernprogramm und wählen selbstständig den fachlichen Teilbereich, den sie vertiefen möchten. Das Programm stellt ihrem individuellen Lernstand entsprechende Aufgaben und Hilfsmittel (Theorie) zur Verfügung. Nach jeder gelösten Aufgabe erhalten die Schülerinnen/Schüler bzw. Lernenden digital individualisiertes Feedback mit Anregungen, wie ein Fehler das nächste Mal vermieden werden könnte. Am Ende einer Lerneinheit überprüfen die Jugendlichen ihren Kompetenzstand, ohne Hilfsmittel nutzen zu dürfen. Die Lehrpersonkann online sofort einsehen, wer welche Aufgaben gelöst hat und wer noch Probleme hat, sofern die Schülerinnen/Schüler bzw. Lernendenihren Lernstand freigeben. Sie kann auf diese Weise individuell auf die Schülerinnen/Schüler oder Lernenden eingehen. Lehrpersonen dient die grosse und gute Aufgabensammlung als Entlastung und Inspirationsquelle. Sie können aus den vorhandenen Aufgaben eigene Aufgabensammlungen zusammenstellen und diese den Schülerinnen/Schüler bzw. Lernenden zum Lösen zur Verfügung stellen, wobei sie in diesem Fall die Resultate der Jugendlichen in einer Übersicht erhalten. Das Tool ist nicht für Prüfungen vorgesehen.
Anwendungsfelder:
Erweiterung von analogem Unterricht, als Einstufungstest oder um den Lernstand der Klasse zu ermitteln. Ideal für Stütz- und Förderunterricht, um individuelle Lücken zu schliessen.
Praktisch umgesetzt:
Als Pilotversuch an allen Zürcher Mittelschulen seit 2020 bis Sommer 2026, siehe Schulblatt 05/2021
Fokuspunkt:
Lernbegleitung durch Lehrperson; den Schülerinnen/Schüler bzw. Lernenden Unterrichtszeit zur Verfügung stellen und Verbindlichkeit einfordern; Einstiegshürden tief halten.
Technische Unterstützung:
www.lernnavi.ch
Ein umfassendes pädagogisches Konzept für alle Klassenstufen. Die Lernenden bzw. Schülerinnen/Schüler arbeiten in ihrem eigenen Tempo und erhalten konkrete Lernsituationen anhand von sogenannten Missions. Die Missions bestehen aus Instrumenten und Informationen zum Aufbau von Kompetenzen. Workshops mit realen komplexen Aufgabenstellungen, handlungsorientierten, individualisierten Übungsfeldern und Coaching durch Lehrpersonen sind zentrale Bestandteile des Konzepts.

Grafik Schieberegler für Konzept N47e8
Praktisch umgesetzt:
Projekt n47e8 (Bildungszentrum Limmattal)
Anwendungsfelder:
Selbstgesteuertes Lernen, projekt- und transferorientiertes Lernen, interdisziplinäres und überfachliches Lernen
Fokuspunkt:
Langfristige Planung, Fokus auf Rolle derLehrpersonzur Lernbegleitung
Technische Unterstützung:
LMS, diverse Applikationen
In einer virtuellen Umgebung (VR) können Schülerinnen/Schüler bzw. Lernende mithilfe eines KI-gestützten Avatars Kundengespräche, Präsentationen oder Bewerbungssituationen üben und reflektieren. Durch variierbare Charaktere und Stimmungen ist ein individualisiertes Training möglich, dessen spielerische Elemente den Lernfortschritt fördern. Derzeit sind Anwendungen auf einige wenige Softwareprodukte beschränkt. Doch angesichts des grossen Marktes ist eine technische Weiterentwicklung immersiver Lernerfahrungen zu erwarten.

Grafik Schieberegler für Format «VR im Kundengespräch»
Anwendungsfelder:
Ideal für immersives, zeitunabhängiges, individualisiertes Üben von «Soft Skills» (persönliche, überfachliche Kompetenzen wie Kommunikations-, Team- und Problemlösefähigkeit).
Beispiel:
VR in der Berufsbildung (EHB)
Fokuspunkt:
Je komplexer die Technik, desto wichtiger ist ein konsequentes Constructive Alignment, d.h. Abstimmung von Lehr/Lernzielen – Unterricht – Leistungsbeurteilung. Die pädagogische Verantwortung bleibt bei der Lehrperson: Sie kommuniziert Kriterien klar und gibt differenziert Rückmeldungen.
Schülerinnen/Schüler bzw. Lernende bearbeiten vorgegebene Aufgaben unterschiedlicher Taxonomiestufen. Im Zentrum steht die Praxis an verschiedenen Laborposten. Das individuelle Arbeitstempo, praktische Arbeit und formative eAssessments mit automatisiertem Feedback in der Lernplattform ermöglichen Erfolgs- und Autonomieerleben. Die Schülerinnen/Schüler bzw. Lernenden erleben sich als selbstwirksam. Die Lehrperson kann ihren Fokus auf ihre Rolle als Lernbegleiterin richten. Sie hat Einblick in die individuellen Lernfortschritte und begleitet Lernprozesse individuell.

Grafik Schieberegler für Format «Digitale Werkstatt im Chemieunterricht»
Anwendungsfelder:
Selbstreguliertes, kooperatives Lernen
Praktisch umgesetzt:
Kriminalistik als Werkstattunterricht zu Trennmethode (Kantonsschule MNG Rämibühl)
Fokuspunkt:
Werkstatt gemeinsam mit anderen nutzen
Technische Unterstützung:
Learningmanagementsystem (LMS)
Die Schülerinnen/Schüler bzw. Lernenden organisieren ihre Aufgaben in einem visuellen digitalen Workflow («Kanban») und können ihren Lernprozess selbstständig steuern und dokumentieren. Sie setzen sich eigene Lernziele, überlegen sich einen Arbeitsplan, bearbeiten diesen über weite Strecken selbstständig und präsentieren schliesslich ihre Leistungen. Dies kann einzeln oder in Gruppen erfolgen, auch ortsunabhängig. Die Lehrperson hat Zugriff zum Kanban und gibt direktes, formatives Feedback.
Grafik Schieberegler für Format Aufgaben Kanban
Anwendungsfelder:
Kooperatives Lernen, selbstreguliertes und individualisiertes Lernen
Praktisch umgesetzt:
Formatives Feedback mit Kanban (Kantonsschule Realgymnasium Rämibühl)
Fokuspunkt:
Guten Aufgabenmix wählen. KI (z.B. to teach ai) kann dabei unterstützen.
Technische Unterstützung:
z.B. mit OneNote einsetzbar